Norwegische Waldkatzen

Von den Wallufer Waldgeistern

 

Das Leben ist nicht immer fair!

Als ich mit der Zucht norwegischer Waldkatzen begann erschien mir die Tatsache, dass zwei Babys aus unserem ersten Wurf starben, als himmelscheiende Ungerechtigkeit.

Hatte ich mich doch schon lange im Vorfeld sachkundig gemacht, mir angelesen was ich zwischen die Finger bekam und unzähliche Gespräche mit erfahrenen Züchtern geführt. Es sollte alles so gut wie nur eben möglich vorbereitet sein. Die lange Suche nach einem Tierarzt, der im Notfall, Tag und Nacht erreichbar und wenn es ginge, sogar zu uns kommen würde, wurde gesucht und auch gefunden.

Eine Wurfkiste mit passendem Laufstall wurde angeschafft und unzählige kleine Dinge, die uns rund um Geburt helfen sollten.

Schon Tage vor dem großen Ereignis wurde die arme Katze nicht mehr aus den Augen gelassen und ich hatte mich sogar dazu überreden lassen das Muttertier röntgen zu lassen. (Was ich heutzutage für absoluten Mist halte, welche Hochschwangere würde so etwas ihrem ungeborenem Kind antun?)

Aber erfahrene Züchter hatten mir dies unbedingt angeraten, also tat ich es.

Auf dem Röntgenbild konnten 4 Babys ausgemacht werden und ich freute mich wie Bolle.

Ab Tag 63 stellte ich mir nachts alle 2 Stunden den Wecker, um auch bloß „bereit“ für das große Wunder der Natur zu sein.

Aber Amy hatte da so ihre ganz eigene Vorstellung, wer, wann und wie bereit zu sein zu hat.

Nämlich sie ganz alleine.

Wach geworden bin ich durch ein ganz leises Pfeifen aus einer Kratztonne.

Oh Schock, warum kam dieses so ersehnte  Pfeifen nicht aus der Wurfkiste?

Heute weiß ich, dass Mütter da so ihre ganz eigene Vorstellung von schönen und bequemen Wurfkisten haben und diese nicht unbedingt mit unserer Vorstellenung konform gehen.

Amy hatte also nur darauf gewartet das ich wieder einschlafe, um alleine ihre Kinder zu bekommen, denn es ließ sich nachvollziehen, dass ich rund eine halbe Stunde vor derm ersten Pfeifen nach ihr gesehen hatte.

Die Überraschung war groß, als ich bemerkte das Baby Nummer 2 pfiff und Baby Nummer 1 leblos daneben lag.

Ich hatte viel darüber gelesen das man leblose Kitten heftig massieren sollte, zur Not auch mit Mund zu Mund Beatmung ins Leben zurück holen könnte, aber leider nicht in diesem Fall.

Eine eiligst herbeigerufene, befreundete Nachbarin kam dazu und wir verbrachten das Muttertier, nebst ihrem Baby schleunigst in die Wurfkiste.

Die Babys 3 und 4 kamen kurze Zeit später auf die Welt.

Nachdem die Kleinen getrocknet und gewogen waren und das Muttertier genüßlich die Nachgeburten gefressen hatte lagen zwei fette „Jungs“ (119 und 124 Gramm) genüßlich an den Zitzen ihrer Mutter und mobbten ihre kleine Schwester von der Milchbar. Der Größen und Kräfte-Unterschied war enorm da Anousch nur 68 Gramm wog und sich die Dicken wie Flegel benahmen. Als dann nach 4 Stunden auch noch Flegel Nummer 3 mit einem Geburtsgewicht von 132 Gramm geboren wurde stand fest das Anousch geholfen werden musste. (Hier zeigte sich dann abermals die Sinnlosigkeit des Röntgens.)

An Tag 2 hatten die Jungs prächtig zugelegt, nur Anousch hatte 5 Gramm abgenommen.

Also ran an die Aufzuchtsmilch.

In den folgenden 10 Tagen gaben wir ihr rund um die Uhr, alle zwei Stunden, ein Fläschchen und sie hatte bis dahin fast 100 Gramm zugelegt.

Dann geschah das Unfassbare, ihre Mutter legte sich auf sie und erstickte sie.

Noch immer ist es nicht einfach darüber zu schreiben, dennoch bin ich heute fest der Meinung, dass Amy nur ihren Instinkten gefolgt ist. Sie hatte die Kleine über all die Tage zwar geputzt, aber anders als die anderen Babys behandelt.

In freier Natur hätte Anousch sicherlich keine 48 Stunden überlebt.


Zum Leben wird immer der Tod gehören, Züchter von Tieren werden dies immer akzeptieren müssen, auch wenn es schwer zu ertragen ist.

Fakten rund um das Baby

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